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Bundesweit hat das Projekt in 15 Regionen über 1.100 Verantwortungspartner aus Unternehmen, Zivilgesellschaft, Verbänden, Verwaltung und Politik

Verantwortungspartner-Regionen in Deutschland

Die Broschüre zum Abschluss des 3-jährigen Projekts gibt einen Überblick, wie der Mittelstand gesellschaftliche Verantwortung übernimmt

Die Bertelsmann Stiftung unterstützt mit dem Programm „Unternehmen in der
Gesellschaft“ seit 2007 das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen,
insbesondere des deutschen Mittelstandes. Denn mittelständische Unternehmen
bewegen viel in unserer Gesellschaft. Sie wollen sich aktiv einbringen, aber oftmals
fehlen konkrete Gelegenheiten oder das Wissen darum, wie dies am wirkungsvollsten
geschehen kann.
Unternehmen und Region sind in ihrem Erfolg aufeinander angewiesen. Die
Gesellschaft profitiert von dem unternehmerischen Engagement, da Kompetenzen
und Ressourcen der Wirtschaft für drängende Herausforderungen genutzt werden
können. Unternehmen wiederum investieren mit ihrem Engagement in die Rahmenbedingungen
für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg. Der Kern liegt in diesem doppelten Nutzen. Das Programm „Unternehmen in der Gesellschaft” hat es
sich zur Aufgabe gemacht, dies mit umsetzungsorientierten Ansätzen zu fördern.
Einer dieser Ansätze ist die Verantwortungspartner-Methode. Die Bertelsmann Stiftung hat gemeinsam mit :response eine strukturierte Prozessmoderation
entwickelt, mit der sich Unternehmen in einer Region vernetzen, ihre Kompetenzen und Ressourcen bündeln und auf eine gemeinsame Zielsetzung hin
ausrichten. Von 2008 bis 2010 erprobten sieben Pilotregionen die Verantwortungspartner-Methode und implementierten sie. Die Pilotregionen haben
anschließend mit dem Verein „Unternehmen für die Region“ ein dauerhaftes Netzwerk gegründet, mit dem sie ihr Engagement weiterentwickeln und bundesweit
verknüpfen.
Im Anschluss an die erfolgreiche Pilotphase konnten seit 2012 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Europäischen
Sozialfonds 15 weitere Verantwortungspartner-Regionen in Deutschland entstehen. Nach drei Jahren der Durchführung sind wir nun an dem Punkt, an dem
wir Bilanz ziehen können. Was wurde erreicht? Welche Themen wurden bearbeitet? Welche Erfolge können wir verzeichnen? Die mittel- oder langfristige
Wirkung des Projekts „Verantwortungspartner-Regionen in Deutschland“ lässt sich erst in den nächsten Jahren erfassen. Für das Projekt selbst geben diese
Zahlen jedoch erste Antworten:
Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand? Wirkt in der Region!
Bundesweit hat das Projekt in 15 Regionen über 1.100 Verantwortungspartner aus Unternehmen, Zivilgesellschaft, Verbänden, Verwaltung und Politik
vernetzt.
Über 450 Unternehmen haben sich aktiv in den Regionen engagiert.
In der Regel waren das nicht nur die Geschäftsführungen, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das macht deutlich, dass unternehmerische
Verantwortung nicht nur eine Sache der Leitung ist, sondern vom gesamten Unternehmen getragen wird.
Mit nahezu 50 mittelfristig angelegten Projekten wirkt das Engagement in die Zukunft. Dieses Ergebnis zeigt die Bereitschaft zum dauerhaften Engagement.
Deutschlandweit wirkten ca. 200 Multiplikatoren und strategische Partner mit (Universitäten, Stiftungen, Verbände, Schulen u. v. a.). Durch partnerschaftliche
Zusammenarbeit zwischen ihnen und den Unternehmen ist ein eigener Wert entstanden, der über die einzelnen Projekte hinaus die Basis
für eine dauerhafte Zusammenarbeit geschaffen hat.
Die Verantwortungspartner organisierten über 120 regionale Treffen und öffentliche Veranstaltungen. Hinzu kommen die vielen Arbeitsstunden, die in
den einzelnen Projekten geleistet wurden. Hier wird der Umfang des Engagements sichtbar.
In drei bundesweiten Treffen fand mit rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Erfahrungs- und Ideenaustausch statt. Der Austausch untereinander,
das voneinander Lernen ist ein Kern der Verantwortungspartner-Initiativen.
Führungskräfte aus über 50 Unternehmen nahmen an intensiven Schulungen zum Management gesellschaftlicher Verantwortung und von Nachhaltigkeit teil.
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Die Projekte der Verantwortungspartner in den Regionen sind vielfältig: Themen, die den deutschen Mittelstand bewegen, sind Vereinbarung von Familie
und Beruf, Förderung benachteiligter Jugendlicher, Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, Berufsorientierung, nachhaltige Wirtschaftskreisläufe,
Mitarbeiterorientierung, betriebliches Gesundheitsmanagement und regionale Gesundheitsversorgung. Die Regionen, die bereits 2012 mit der Arbeit
begonnen haben, können auf schöne Erfolge zurückblicken – nur einige Beispiele:
Birgit Riess
Director, Programm Unternehmen in der Gesellschaft,
Bertelsmann Stiftung
Arved Lüth
Geschäftsführender Inhaber,
:response
Seit dem Sommer 2013 können Jugendliche im Ingolstädter Sommercamp ihre schulischen und individuellen Kompetenzen ausbauen und steigern so
ihre Fähigkeit, einen Schulabschluss zu erlangen und somit mehr Ausbildungsreife zu erwerben. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigen erheblich.
In Rostock und Thüringen lernen Schülerinnen und Schüler in einem intensiven Austausch die Unternehmen aus der Region kennen und erfahren
Praktisches aus der Wirtschaftswelt. Den Jugendlichen eröffnen sich berufliche Perspektiven in der Region.
Um Integration und Verständigung zwischen den Kulturen zu erleichtern, haben sich die Verantwortungspartner Lippe etwas Besonderes ausgedacht.
Bereits fünf Mal fand die Kocholympiade in Lippe statt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterschiedlichster Herkunft treten in internationalen
Teams in den Wettstreit um das beste Menü. Der offene Dialog mit den ortsansässigen Migrantenorganisationen unterstützt diese Aktivitäten noch
zusätzlich. Gegenseite Vorurteile können so erfolgreich abgebaut werden.
Das Exzellenz-Programm im Saarland: Führungskräfte saarländischer Unternehmen durchliefen über zwölf Monate eine Managementausbildung mit
Spezialisierung auf gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeit.
Auch in den Regionen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt gestartet sind, entstanden durch unternehmerische Gestaltungskraft vorbildliche Projekte,
deren Wirkung gerade beginnt, sich zu entfalten.
Mittelständische Unternehmen wissen genau, welche Rahmenbedingungen wichtig sind für ihr Geschäft. Diese Rahmenbedingungen enden nicht am Werkszaun,
sondern betreffen auch das regionale Umfeld, die Familien der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Infrastruktur und die Bildungseinrichtungen.
Wenn sich Mittelständler zusammentun, um ein Problem wie etwa flexible Kinderbetreuung mit Unternehmergeist und Pragmatismus zu lösen, dann geht
das nicht nur schnell, sondern auch effizient und kostengünstig. Es ist eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte, wie der deutsche Mittelstand CSR-Projekte
umsetzt und so ein vielfacher Gewinn für die beteiligten Unternehmen und ihre Regionen entsteht.
Wir wünschen Ihnen nun eine unterhaltsame Lese-Reise durch die Verantwortungspartner-Regionen.



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